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Großes Schachspiel "Türken gegen Mohren"Kompletter Spielsatz von zweimal 16 Figuren auf rundem Rocaillensockel. Identifizierung der Figuren durch minutiöse Farbstaffierung. Die Seite der Mohren in dominierendem Rot-Blau-Purpur-Farbschema, die Türken in Grün-Gelb-Purpur. Jede Figur mit Schwertermarke und Modell-Nr.; Das Schachbrett aus Wurzelnussbaum und gebeiztem Ahorn in feinster Marketerie- und Einlegearbeit des zeitgenössischen Dresdner Ebenisten M. Heinze. Edle Schatulle mit dunkelblauem Leder bezogen, gelbe Innenstaffierung. Brandstempel des Ebenisten unter dem Brett. Figuren-H. 5,5 cm - 7,3 cm. Schachbrett 53 cm x 53 cm. Schachfiguren haben in Meissen eine lange Tradition. Seit der Frühzeit der Manufaktur, als die ersten Schachspiele für König August den Starken hergestellt wurden, bis ins 20. Jh. haben Künstler Figurensätze im jeweiligen künstlerischen Geschmack der Zeit entworfen. Kaendler, der 1731 in die Manufaktur eintrat, gestaltete mehrere Schachfigurensätze, die seinem Genie entsprechend ein Höchstmaß an Originalität und Individualität aufweisen. Jede Figur geriet ihm zu einer eigenständigen künstlerischen Kreation im Kleinformat und besitzt folglich eine eigene Modellnummer. Herausragendes Meisterstück ist der Figurensatz "Türken gegen Mohren" aus dem Jahr 1760. Der originale Formenschatz aus der Zeit Kaendlers ist erhalten und steht bis heute für exquisite Einzelfertigungen zur Verfügung (NP € 55.000,-). Der Begeisterung des Barock für exotische Moden entsprechend, sind die Schachheere als orientalische Kämpfer dargestellt, die Türme sogar als Elefantenreiter. Die minutiös bunt staffierten und mit Gold veredelten Figuren bilden einen interessanten Kontrast zur Brauntonigkeit des Holzbretts. Die Kombination von Porzellan und Holz steht in der Tradition des 18. Jhs., als das Schachspiel auf einem sog. Augsburger Brettkasten aufgestellt war. A Meissen porcelain figural "Blackamoors versus Turks" chess set, after a design by Johann Joachim Kaendler.

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